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Klimaklassen bei Türen – welche brauchst du?

Die Klimaklasse beschreibt, wie groß der Unterschied an Temperatur und Luftfeuchtigkeit zwischen den beiden Türseiten sein darf, ohne dass sich das Türblatt verzieht. Je größer der Unterschied, desto höher muss die Klasse sein.

Warum sich Türen überhaupt verziehen

Holz und Holzwerkstoffe nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab. Ist es auf einer Türseite warm und trocken und auf der anderen kühl und feucht, arbeitet das Material auf beiden Seiten unterschiedlich stark. Die Tür wölbt sich, schließt nicht mehr sauber oder schleift an der Zarge. Eine Tür mit passender Klimaklasse ist so aufgebaut, dass sie diese Spannung aushält.

Die drei Klassen

Klimaklasse I Geringer Unterschied. Für Türen zwischen zwei normal beheizten Wohnräumen – Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer.
Klimaklasse II Mittlerer Unterschied. Für den Übergang vom beheizten Raum in kühlere Bereiche: Treppenhaus, unbeheizter Flur, Keller. Auch die typische Klasse für Wohnungseingangstüren.
Klimaklasse III Großer Unterschied. Für Türen zu unbeheizten oder feuchten Bereichen: Dachboden, Wintergarten, Waschküche, Räume mit direktem Außenbezug.

Welche Klasse für welchen Raum?

Frag dich einfach: Wie unterschiedlich ist es links und rechts von dieser Tür? Zwei Wohnräume mit gleicher Heizung – Klasse I reicht. Wohnung zum kalten Treppenhaus – Klasse II. Beheizter Flur zum ungedämmten Dachboden – Klasse III.

Beim Badezimmer wird es oft falsch verstanden: Ein normales Familienbad, das nach dem Duschen gelüftet wird, kommt meist mit Klasse I oder II aus. Kritisch wird es erst, wenn dauerhaft hohe Feuchte auf die Tür trifft und der Raum schlecht belüftet ist.

Was die Klimaklasse nicht abdeckt

Klimaklasse und Feuchtraumeignung sind zwei verschiedene Dinge. Die Klimaklasse beschreibt den Umgang mit einem Klimagefälle zwischen den Seiten. Feuchtraumgeeignet heißt, dass die Oberfläche und die Kanten dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit vertragen. Für ein Bad kann beides relevant sein.

Und noch ein Punkt, der gern übersehen wird: Die Klimaklasse gilt für das Türblatt. Damit sie in der Praxis trägt, muss auch die Zarge zur Situation passen – sonst arbeitet die Zarge und die Tür sitzt trotzdem schief.

Das heißt für deine Bestellung

Geh vor der Bestellung einmal durch die Wohnung und teile die Türen auf: Welche liegen zwischen zwei beheizten Räumen, welche grenzen an kalte oder feuchte Bereiche? Für die zweite Gruppe wählst du eine höhere Klasse. Eine höhere Klasse als nötig schadet nicht, kostet aber mehr – eine zu niedrige rächt sich, sobald die erste Heizperiode vorbei ist.

Unsicher bei einer Tür? Ruf uns an. Wir schauen uns die Einbausituation gemeinsam an, bevor du bestellst.